Im preußisch–deutschen Heer
hatte zu Kaisers Zeiten jedes
Bataillon ein Tambourkorps mit
Tambouren und Hornisten. Sie
spielten zu Paraden und Aufzügen
auf.
Zu Kriegszeiten bliesen die Hornisten
mit Horn und Pfeife zum
Angriff. Die Tamboure schlugen
mit ihren Trommeln in den Augenblicken,
indem die Truppe
ihre Deckung verließ und zum
Sturmangriff überging. Geführt
wurden die Tambourkorps von
dem Batallionstambour, der
auch ihre Ausbildung leitete.
Er war erkennbar an dem mit Knopf und Quaste verzierten Tambourstab.
In solch einem Tambourkorps, das dem 65er Infanterieregiment in Köln
angehörte, leisteten die Gründungsmitglieder des Tambourkorps Rosellerheide
von 1903 bis 1905 ihren Militärdienst ab.
Es waren die Spielleute:
Heinrich Does, Heinrich Fassbender, Anton Glasmacher, Wienand Glasmacher,
Andreas Otten und Hubert Veiser. Zu dieser Gruppe gesellte sich
noch Franz Kolbecher, so dass das Korps 7 Gründungsmitglieder zählte.
Sie entschlossen sich, so berichtet die Vereinschronik zum 50-jährigen
Bestehen, das beim Militär Erlernte zum Wohle der Allgemeinheit und der
Kameradschaft weiter zu hegen und zu pflegen. Zum ersten Tambourmajor
wurde im Gründungsjahr Heinrich Does gewählt. Er stiftete auch den
ersten Tambourstab des Tambourkorps, der auch heute noch erhalten ist.
Es wurde in dieser Zeit sehr intensiv das Trommeln und Flöten geprobt. Als Vereinslokal diente hierzu die Gaststätte Herter auf der Waldstraße. Diese Gaststätte, die sich jetzt im Besitz von Maria Beniers befindet, ist bis heute das Vereinlokal geblieben. Zum weiteren Üben des Marschierens nutzte man den nahe gelegenen Mühlenbusch.
Im Jahre 1911 ließen die Gründer ihre guten Beziehungen
zum 65er Infanterieregiment spielen und man lieh
sich deren Uniformen aus. Das Tambourkorps nahm an
einem großen Tambourwettstreit in Neuss teil und
konnte auch gegen große Konkurrenz die Meisterschaft
im Regimentsparademarsch erringen. Der vom Neusser
Restaurator Wilhelm Kammerich eigens dafür gestiftete
silberne Ehrenpokal schmückt noch heute die Vitrine
des Tambourkorps im Vereinslokal. Es bildete sich sehr
schnell ein guter Korpsgeist. Das führte dazu, dass das
Tambourkorps bis zum Jahr 1912 auf eine, für ein damals
kleines Dorf wie Rosellerheide, stattliche Mannstärke
von 14 Spielleuten anwuchs.
Namentlich bekannt durch Erzählungen bzw. aus Festschriften
zum 50-jährigen und 75-jährigen Bestehen des
Vereins sind bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges folgende
Spielleute:
Alois Angermund, Willi Brand, Josef Daniel, Wilhelm
Daniel, Josef Mayer, Johann Meuter, Theodor Meuter,
Josef Offermann, Johann Otten und Hubert Veiser.
Bis zum Krieg nahm man an vielen Volksfesten und Wettstreiten in der
Umgebung von Neuss teil. In der Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum
liest man über das Tambourkorps in dieser Zeit:
Sein Können und Sauberkeit machte es so beliebt, dass kaum eine
öffentliche Festlichkeit in Stadt und Land der engeren Heimat ohne das
Tambourkorps Rosellerheide zu denken war.
Leider wurden die Gründungsjahre dann durch den Ausbruch des
Weltkrieges jäh unterbrochen. Folgende Mitglieder kamen nicht in
ihre Heimat zurück und rissen eine große Lücke in die Gemeinschaft der
Spielleute:
Alois Angermund, Johann Meuter, Theodor Meuter, Josef Daniel und
Josef Offermann.
Zwischen den Weltkriegen
Nach dem 1. Weltkrieg begann man mühsam das Tambourkorps wieder aufzubauen.
Als Tambourmajor fungierte fortan Anton Glasmacher, da Vorgänger
Heinrich Does sein Eheglück in Grimlinghausen gefunden hatte und somit nicht
mehr zur Verfügung stand.
Im Jahre 1922 spielte man wieder zum Schützenfest in Rosellerheide – Neuenbaum
auf. Man schaffte es schnell die „alte“ Leistungsfähigkeit zu erreichen.
Nicht anders ist zu erklären, dass man im selben Jahr bei einem großen Tambourwettstreit
in Werden an der Ruhr, unter 40 Tambourkorps für seine musikalischen
Darbietungen den 1. Platz errang. Die 450-Jahr Feier zur Abweisung der Belagerung
der Stadt Neuss durch Karl den Kühnen
fand 1925 statt. Zu diesem Anlaß nahm man
am großen Fackelzug teil.
Am Ostermontag des Jahres 1931 feierte man
im Saal der Gaststätte Herter sein 25-jähriges
Silberjubiläum. Aufgrund der hohen Besucherzahl,
baute man eigens an den Saal ein
Festzelt an. Nach einem morgendlichen Festakt,
zog man nachmittags mit befreundeten
Tambourkorps und Ehrengästen durch Rosellerheide.
Das Jubiläum wurde durch eine
Tanzveranstaltung am Abend abgerundet.
Das Vereinslokal wechselt 1934 den Besitzer.
Die Großeltern unserer heutigen
Vereinswirtin Maria, die Eheleute Wilhelm
und Veronika Baumann übernahmen die
Gaststätte „ Zum Mühlenbusch“.
1935 eroberte
Philipp Meuter als
erstes Mitglied des
Tambourkorps die
Königswürde innerhalb
des damaligen Heimatvereins.
Aus gesundheitlichen
Gründen musste Anton Glasmacher 1937 den Tambourstab an Willi Brand übergeben.
2 Jahre später wurde das Vereinsleben durch den unsäglichen 2. Weltkrieg wieder
unterbrochen. Auch diesmal fielen 5 Spielleute diesem Wahnsinn zum Opfer. Es
waren die Spielleute Willi Gau, Johann Greis, Heinrich Meuter, Heinrich Otten
und Matthias Schillings.
Die ersten Nachkriegsjahre
Die ersten Nachkriegsjahre waren für das Tambourkorps, wie für alle
Menschen in dieser Zeit sehr beschwerlich. Uniformen und Musikinstrumente
waren während des Krieges zerstört worden oder anschließend von
Militärs vernichtet worden. Wie ein Bild vom Turnfest 1946 zeigt,
war man jedoch bemüht bereits kurz
nach den Kriegswirren dazu beizutragen,
dass sich das Leben in unserem Ort
wieder normalisiert.
Beim 1. Schützenfest in Rosellerheide
nach dem Krieg im Jahre 1948, spielte
man in geliehenen Uniformen wieder an
der Spitze unserer Bruderschaft. Die
Uniformen hatten die Spielkameraden des Tambourkorps Gohr zur Verfügung
gestellt.
Die Probenstunden fanden zu dieser Zeit jeden 2. Sonntag, morgens um
10 Uhr im Vereinslokal statt. Unter Tambourmajor Willi Brand und dem
Vorsitzenden Albert Meuter hatte man es geschafft, eine Mannstärke von
18 Spielleuten zu erreichen.
Wie man aus Protokollberichten dieser Zeit entnehmen kann, war man
dann 1950 endlich in der Lage, Stoff für eigene Uniformen zu kaufen.
Zum Preis von 37 DM wurde, eine traditionell in grün, geschneiderte Uniform
mit Koppel angefertigt.
Mit Beginn der 50er Jahre feierte man wieder alljährlich am Ostermontag
das Stiftungsfest des Tambourkorps. Hierzu waren meist bis zu 10 befreundete
Tambourkorps eingeladen, mit denen man nachmittags durch
den Ort zog. Am Abend wurde das Fest dann mit einer Tanzveranstaltung
im Saale des Vereinslokals abgeschlossen.
Neben geselligen Angelegenheiten, z.B. Familienabenden mit Preiskegeln,
nahm man auch wieder Spielverpflichtungen in den Nachbarorten war. So
spielte man 1951 beim 70-jährigen Jubiläum des Reitervereins Rosellen
auf und in Nievenheim begleitete man die Schützen für lange Jahre während
deren Schützenfestes. Im Jahr 1953 wird der langjährige 1. Kassierer
und spätere Ehrenmitglied Heinrich Winzen als zweiter Spielmann des
Korps Schützenkönig in Rosellerheide.
Unser Vereinslokal wird 1954 von Henrika Schumacher ( Mutter unserer
Ehrenmitglieder: Maria Beniers und Hans–Josef Schumacher )
übernommen.
50-jähriges Jubiläum 1955 -
Die zweiten 50 Jahre beginnen
Am Ostermontag des Jahres 1955 feierte man das 50-jährige Stiftungsfest.
Warum man dieses Fest um 1 Jahr vorgezogen hat, ist nicht hinreichend
überliefert. Vermutlich kam die Idee zur Gründung des Tambourkorps
bereits 1905, so dass man dieses Jahr mitzählte. Die Neuss - Grevenbroicher
Zeitung berichtet in ihrem Bericht vom
12. April 1955, dass 15 Tambourkorps sowie
sämtliche Ortsvereine, an der Spitze die
Schützenbruderschaft Rosellerheide, sich am
nachmittäglichen Umzug beteiligten. Zuvor
hatte man den Tag mit einem feierlichen
Hochamt in der St. Peter Kirche zu Rosellen
und anschließender Kranzniederlegung am
Ehrenmal begonnen. Im Saale Schumacher,
der für dieses Jubiläum durch ein angebautes
Zelt vergrößert worden war, hatte man in einer
Feierstunde dann die Gründer des Vereins
gewürdigt. Es war nur Anton Glasmacher
vergönnt, die Auszeichnung zum Goldjubilar
anzunehmen. Mitbegründer Andreas Otten
war kurz vor den Feierlichkeiten verstorben.
Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden an diesem Tag Willi Brand, Albert
Meuter, Bernhard Meuter, Hermann Schweren und Heinrich Winzen ausgezeichnet.
Ein abendlicher Festball beschloss die Feierlichkeiten zum Goldjubiläum.
Nach Beendigung der Schützenfestsaison 1955 fanden Neuwahlen des
Tambourkorps statt. Josef Schumacher löste den bisherigen 1. Vorsitzenden
Albert Meuter in dessen Amt ab. Willi Brand wurde von der Versammlung
einstimmig zum Ehrentambourmajor ernannt. Josef Schumacher
übernahm von ihm bis 1960 auch die musikalische Führung des
Tambourkorps.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland begann man auch
in unserem Ort die angenehmen Dinge des Lebens wieder zu genießen.
Neben dem schon traditionellen Stiftungsfest am Ostermontag veranstaltete
das Tambourkorps am Neujahrstag 1957 erstmals einen öffentlichen
Neujahrsball im Saal des Vereinslokals.
Bis 1972 war dieser Neujahrball ein fester Bestandteil im Terminkalender
unseres Ortes.
In den folgenden Jahren kegelte man regelmäßig gemeinsam mit den Frauen des Korps und man machte mehrtägige Ausflüge in
den Westerwald, die Eifel, an den Rhein oder an die Mosel.
Peter Schillings, vielen sicherlich noch besser bekannt als “Booms Pitter“
wurde 1958 für 25-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.
Die 60er Jahre - Der 1. Generationswechsel
Am 12. April 1959 fand eine Versammlung des Tambourkorps statt, die
weitreichende Auswirkung auf die Entwicklung des Tambourkorps für die
folgenden Jahrzehnte hatte. Mit knapp 26 Jahren übernahm Paul Winzen,
der vorher das Amt des 2. Schriftführers bekleidete, das Amt des
1. Vorsitzenden. Ihm zur Seite wurde Toni Veiser gewählt. Er hatte vorher
das Amt des 2. Kassierers eingenommen, welches jetzt Peter Schlangenstein
übernahm. Die Übungsstunde wurde auf den Freitag abend verlegt,
wo sie auch heute noch stattfindet. Ein Jahr später wurde Josef Schumacher
von Johann Schweren als 1. Tambourmajor abgelöst. Auch weiterhin
pflegte man die Kameradschaft durch geselliges Beisammensein. So
marschierte man z.B. 1960 erstmals am Vatertag mit “Trommel und Flöt
bewaffnet“ los, um musikalisch den gemeinsamen Ausflug zu begleiten.
Diese sicherlich sehr amüsante Art, den Vatertag zu begehen, wurde in
den Folgejahren noch einige Male wiederholt.
Man war aber auch bemüht, wieder mehr musikalische Akzente zu setzen.
So nahm das Korps 1961 neben den Schützenfesten in Rosellerheide und
Nievenheim am Goldjubiläum des Männergesangsverein „Häideröschen“
sowie an den Tambourfesten in Neukirchen, Norf und Elfgen teil. Auch
der Besuch der Übungsstunde wurde wieder intensiviert, nachdem der 1.
Vorsitzende dies auf mehreren Versammlungen von den Mitgliedern eindringlich
eingefordert hatte.
Eine neue Uniform wurde 1962 nötig. Der Preis pro Uniform belief sich
auf 45 DM.
Mit der Jahreshauptversammlung im September 1965 übernahm Peter
Schlangenstein den Posten des 1. Kassierers. Heinrich Winzen, der dieses
Amt seit Kriegsende inne hatte, wurde von der Versammlung daraufhin
einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Und es gab noch zwei wichtige
Punkte an diesem Tag. Es wurde beschlossen, die 1. Lyra für das Tambourkorps
zu kaufen, was finanziell einen großen Kraftakt für jeden einzelnen
Spielmann bedeutete. Toni Veiser wurde von der Versammlung als
derjenige auserkoren, der dieses Instrument spielen sollte. Er war es auch,
der seit diesen Jahren als Ausbilder und Jugendwart erfolgreich fungierteso
erfolgreich, dass man auf dieser Versammlung beschloss, den
1. Jugendausflug in der Vereinsgeschichte zu unternehmen. Nennt man die
Namen der damaligen “Kinder“, so wird deutlich, wie weitsichtig und
wichtig die Arbeit des damals jungen Vorstands war. Kinder waren damals:
Philipp Hilgers, Willi Hurtmanns, Toni Otten, Fredi Piel und Manfred
Veiser.
In einer Versammlungsmitschrift vom Oktober 1966 findet man erstmalig
einen Hinweis auf die Teilnahme am Patronatsfest der Hubertusschützen.
Gruppenfoto 1963
Man traf sich damals in der Gaststätte Kempges, um die Hubertusschützen
bei ihrem Fackelzug durch den Ort zu begleiten eine Tradition, die auch
heute noch zum festen Bestandteil unseres Terminkalenders gehört.
Die Vorstandneuwahlen auf der Jahreshauptversammlung im Januar 1967
brachten dann den endgültigen Generationswechsel im Tambourkorps.
Der 1. Schriftführer Peter Schillings verließ als letzter derjenigen, die nach
dem Krieg wichtige Aufbauarbeit geleistet hatten, den Vorstand. Er wurde
von der Versammlung daraufhin einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt.
Seinen Posten als Schriftführer übernahm ein weiterer junger Spielmann
Hans-Josef Schumacher, damals gerade 22 Jahre alt. Das Amt des 2. Tambourmajors,
das Peter Schillings ebenfalls abgab, wurde fortan von Toni
Veiser übernommen. Aber nicht nur im Vorstand, sondern auch im musikalischen
setzte man verstärkt auf die Jugend. So spielten Toni Otten und
Manfred Veiser ( damals 14 und 17 Jahre alt ) erstmals als Solisten den
Zapfenstreich. Das musikalische Klangbild des Tambourkorps bekam zum
Schützenfest 1967 einen weiteren Aspekt. Gastwirt Jakob Engels stiftete
die 1. Pauke des Korps und Gastwirt Heinz Kempges fügte die passenden
Becken hinzu.
Das Königsschießen des Tambourkorps fand in dieser Zeit am Schützenfestmontag,
meist auf privatem Gelände im Garten eines Spielmanns statt.
Heute sicherlich unvorstellbar, damals in unserem kleinen Dorf eher ganz
normal.
So war es dann Heinrich Otten, der die Königswürde des Tambourkorps
1968-69 erringen konnte. Sicherlich nichts außergewöhnliches, hätte er
nicht die Aussage getätigt: „ Heute kleiner König, nächstes Jahr großer
König “. Er war ein Mann der Tat und wurde 1969 König der Schützenbruderschaft
Rosellerheide-Neuenbaum. Heinrich Otten stiftete aus diesem
Anlass dem Tambourkorps eine Königskette. Sie wird seitdem jedes
Jahr um ein Namensschild ergänzt und stolz vom amtierenden König getragen.
Wer das Tambourkorps Ende der 60er Jahre hören und sehen wollte, hatte
dazu auf den Schützenfesten in Rosellerheide, Neuss, Norf und Nievenheim
die Gelegenheit.
Die 70er - Jahre
Veränderte Freizeitangebote und Gewohnheiten führten dann Anfang der
70er Jahre dazu, dass man mit lang vertrauten Traditionen brach. So veränderte
man 1972 den Ablauf des Stiftungsfestes am Ostermontag
dahingehend, dass kein Umzug mehr mit befreundeten Korps stattfand.
Stattdessen veranstaltete man im Saal des Vereinslokals ein Osterkonzert.
Im Anschluss an das Konzert wurde am Abend wie in den Jahren zuvor
das Tanzbein geschwungen eine Regelung, an der man bis zum Jahr 1974
festhielt. Danach fand kein Osterkonzert mehr statt. Das Stiftungsfest wurde
auf eine Tanzveranstaltung am Ostersonntag beschränkt.
Zum Schützenfest 1975 sah man das Tambourkorps in einer neuen
Uniform. Neuaufnahmen der letzten Jahre, Verschleiß der alten Uniform
und die Aussicht auf drei weitere Jugendliche, die sich in der Ausbildung
befanden, machten diesen Schritt notwendig. Zum ersten Mal in der
Geschichte des Tambourkorps besaß man nicht nur eine Uniform ohne
Koppel, man hatte sich auch entschlossen Blousons für warme Tage anzuschaffen.
Zu Beginn des Jahres 1976 zählte man 24 aktive Mitglieder. Aus gesundheitlichen
Gründen musste der langjährige 1.Tambourmajor Johann
Schweren sein Amt niederlegen. Kurz vor Schützenfest wurde Toni Veiser
zu seinem Nachfolger gewählt. Das Amt des 2. Tambourmajors blieb bis
zur nächsten Jahreshauptversammlung unbesetzt. Im Januar des folgenden
Jahres wurde dann Manfred Veiser von der Versammlung zum Stellvertreter
seines Vaters bestimmt. Bis zum Ende der 70er Jahre konnte man
dank verstärkter Jugendarbeit die Mitgliederzahl auf eine Mannstärke von
29 erhöhen.
Musikalisch war das Tambourkorps in den 70er Jahren auf unterschiedlichen
Schützenfesten aktiv: Ab 1974 spielte man im Nachbarort Allerheiligen
und ab 1976 in Rosellen. Bis 1977 spielte man auch für die Norfer
Schützen, ehe man sich entschloss beim gleichzeitig stattfindenden Schützenfest
in Gohr den Takt vorzugeben. Für einige Jahre war man auch in
Neuss und in Holzheim dabei.
Die 80er - Jahre
Die 80er Jahre begannen mit einer traurigen Nachricht. Unser Ehrentambourmajor
Willi Brand verstarb. Ansonsten begann man mit den Vorbereitungen
für das 75-jährige Vereinsjubiläum. Man entschloss sich zum
ersten Mal in der Vereinsgeschichte das Jubelfest nicht an Ostern abzuhalten.
Als Termin legte man die Zeit vom 8.- 10. Mai 1981 fest. Die Jubiläumsveranstaltung
wurde im auf dem Schützenplatz errichteten Festzelt
wie eine kleine Kirmes abgehalten. Den Auftakt machte ein Festkommers
am Freitag abend. Musikalische Laudatoren waren an diesem Abend die
Musikkapelle Frohsinn Norf, die unter der Leitung von Willi Steinfort in
kompletter Besetzung aufspielte, sowie der Männergesangsverein Haideröschen
und die Kirchenchorgemeinschaft Rosellen / Uedesheim.
Höhepunkte bildeten auch die Festreden des damaligen Oberbürgermeisters
der Stadt Neuss, Herbert Karrenberg, und des Brudermeisters Simon
Kolbecher, der wie auch 25 Jahre später als Schirmherr der Veranstaltung
zur Verfügung stand. Er war es auch, der maßgeblichen Anteil an der Erstellung
einer vorzüglich gestalteten Festschrift hatte.
Nach einer Tanzveranstaltung am Samstagabend und dem Kirchgang mit
anschließendem Zapfenstreich am Morgen des Jubiläumssonntages kam
der eigentliche Höhepunkt des Festes. Begleitet von 25 befreundeten Tambourkorps
und zahlreichen Schützen der Schützenbruderschaft
Rosellerheide-Neuenbaum und aus den Nachbarorten zog man durch unseren
Ort. Ein prächtiges Schauspiel, das in den geschmückten Straßen von
Rosellerheide von vielen Zuschauern verfolgt wurde.
Einen besonderen Eindruck muss dieser Umzug auch auf die Jugend in
Rosellerheide gehabt haben. Anders lässt sich nicht erklären, das eine
Vielzahl von ihnen nach einem Aufruf während der Schützenfesttage mit
der Ausbildung an Trommel und Flöte begannen. Erstmalig nahm man
1982 am Schützenfest in Kapellen teil. Nicht nur der prächtige Fackelzug,
sondern auch die Vielzahl der Besucher lässt das Tambourkorps bis heute
gerne im Frühsommer die Fahrt nach Kapellen antreten. Die Neuaufnahme
von 14 jungen Spielleuten ließ die Mitgliederzahl 1984 zum ersten Mal in
der Vereingeschichte auf über 40 Mann ansteigen.
41 neue Uniformen mussten angeschafft werden, was ein tiefes Loch in
die Vereinskasse schlug. Um die finanzielle Situation aufzubessern, richtete
man am 30. September ein Platzkonzert auf dem Schützenplatz aus. Begleitet
von Kaffee, Kuchen, Würstchen und Bier, bot man den gekommenen
Zuhörern gemeinsam mit befreundeten Tambourkorps kurzweilige
Unterhaltung. Aus einer improvisierten Startveranstaltung, wurde in den
Folgejahren ein Termin, auf den sich viele Freunde gekonnt vorgetragener
Marschmusik freuten. Zum Abschluss der Schützenfestsaison 1984 spielte
man zum ersten Mal beim Schützenfest in Glehn auf. Ein Jahr später war
man dann auch beim Nievenheimer Schützenfest wieder präsent, nachdem
man dort ab Anfang der 70er Jahre für einige Jahre ausgesetzt hatte. Auch
gesellige Veranstaltungen kamen in den 80er Jahren nicht zu kurz. Wunderschöne
und vor allem erlebnisreiche Ausflüge führten z.B. nach Veldenz
an die Mosel. Gar dreimal fuhr man nach Bippen im Osnabrücker
Land, die Heimat unseres langjährigen passiven Mitglieds Rudi Brokkamp.
In der Schützenbruderschaft machte sich 1987 die Jugendarbeit des Tambourkorps
auch abseits der Musik bemerkbar. Peter Offermann errang als
1. Mitglied die Prinzenwürde. Mit der Jahreshauptversammlung zu Beginn
des Jahres 1988 wurde mit der Verjüngung des Vorstands begonnen.
Ausflug Bippen 1984
Zwei langjährig bewährte Vorstandsmitglieder machten Platz für eine
nachrückende Generation, standen aber weiterhin bei Problemen mit Rat
und Tat zur Verfügung. Peter Schlangenstein übergab sein Amt des 1.
Kassierers an Wilfried Müller und Hans-Josef Schumacher wurde durch
Peter Schmitz als 1. Geschäftsführer abgelöst.
Auch nach außen präsentierte sich das Tambourkorps verändert. Zum
Schützenfest spielte man mit neuen großen Trommeln auf.
Die 90er Jahre -
Der 2. Generationswechsel wird vollendet.
Auch die 90er – Jahre begannen mit der Aufnahme einer Vielzahl jugendlicher
Mitglieder. Insgesamt waren im Mitgliederverzeichnis nun 48 aktive
Spielleute gelistet. Aufgrund ihrer langjährigen Verdienste um das
Tambourkorps wurden Paul Buchholz, Peter Schlangenstein, Toni Veiser
und Paul Winzen zu Ehrenmitgliedern des Tambourkorps ernannt. Es gab
aber auch zwei traurige Anlässe, zu denen man sich versammeln musste.
Die Ehrenmitglieder Peter Schillings und Heinrich Winzen verstarben im
Frühjahr 1990.
Im Herbst begann man mit der Planung des 85-jährigen Vereinsjubiläums.
Man entschied sich keine Tanzveranstaltung am Ostersonntag abzuhalten,
sondern am 14. April 1991 einen musikalischen Frühschoppen im Saal des
Vereinslokals stattfinden zu lassen. Hierzu engagierte man die Fidelen
Musikanten vom Nikolaus Kloster. Die angehenden Priester verstanden es
vorzüglich, die Zuhörer im voll besetzten Saal mit ihren Klängen zu begeistern.
Der gut gefüllte Schützenfestkalender führte die Spielleute in diesem Jahr nach Kapellen, Nievenheim, Allerheiligen, Glehn und nach 20
Jahren auch wieder zum Neusser Schützenfest.
Leider mussten auch wir in
diesem Jahr ein weiteres, langjähriges Mitglied zu Grabe tragen. Heinz
Holz verstarb im Alter von nur 61 Jahren.
Die Jahreshauptversammlung des Jahres 1992 brachte dann den endgültigen
Generationenwechsel im Vorstand. Nach 33 Jahren beendete Paul
Winzen seine Tätigkeit als Vorsitzender.
Philipp Hilgers wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Auch Toni Veiser
legte den Tambourstab zur Seite und machte somit Platz für seinen Sohn
Manfred, der das Amt des 1. Tambourmajors übernahm. Einstimmig wurden
beide für ihre einzigartige Arbeit die sie für das Tambourkorps geleistet
hatten von den Mitgliedern geehrt, indem man Paul Winzen zum Ehrenvorsitzenden
und Toni Veiser zum Ehrentambourmajor ernannte. Ein
Jahr später trat eine neue Satzung in Kraft. Sie löste die bis dahin geltende
Satzung aus dem Jahr 1956 ab. Kernpunkt dieser Satzung ist, das zukünftig
der Vorstand zeitversetzt gewählt wird. Auch wurden u.a. Angelegenheiten
bzgl. Mitgliedschaft und Stimmrecht neu geregelt.
Am Schützenfest Samstag 1993 überraschte man den Tambour Josef von
Zons, indem man ihm zum Ehrenmitglied ernannte. Nach 36 Jahren Mitgliedschaft
eine wahrhaft verdiente Auszeichnung.
Musikalisch konnte man das Tambourkorps in diesen Jahren bei einer
Vielzahl von Schützenfesten und anderen Gegebenheiten erleben. So zählte
man 1993 insgesamt 51 Auftritte. Hinzu kam die Probe jeden Freitag.
Eine Terminhäufung, die starke Einschnitte in das Familienleben der einzelnen
Mitglieder mit sich brachte, so dass man sich entschloss, in den
folgenden Jahren kürzer zu treten.
Rene Fischer war es 1994 vergönnt, als 2. Mitglied aus den Reihen des
Tambourkorps Prinz der Schützenbruderschaft Rosellerheide - Neuenbaum
zu werden. In dieser Zeit starteten die Bemühungen, ein eigenes
Vereinswappen zu erstellen. Nach mehreren unterschiedlichen Entwürfen
war es schließlich Kassierer Wilfried Müller, dem es gelang eine Vorlage
zu erstellen, die allen Mitgliedern gefiel. Seither sieht man unser Wappen
nicht nur auf unseren Briefköpfen, man findet es auch auf Ehrentellern,
Vereinsnadeln und natürlich auf unserer Uniform. Von Seiten des Vorstands
begann man 1994 mit der Vorbereitung auf das 90-jährige Stiftungsfest
1996. Zwei Jahre lang bereitete man dieses Fest vor, welches
dann mit großem Erfolg als Großveranstaltung 3 Tage lang auf dem
Schützenplatz in Rosellerheide gefeiert wurde. In den folgenden Jahren
legte man verstärkten Wert auf die musikalische Ausbildung bei Jung und
Alt. Eine Arbeit die sich lohnte, konnte man doch bei einigen Konzerten u.
a. am Schützenfest-Sonntag auf dem Neusser Markt sein Können unter
Beweis stellen. Veranstaltungsmäßig verabschiedete man sich 1998 im
Heide-Zentrum vom seit 14 Jahren stattfindenden Platzkonzert.
Der Jahrtausendwechsel
Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurde weiter fleißig geprobt. Stand
man doch mit der Musikkapelle Frohsinn Norf in Kontakt, um anlässlich
deren 75–jährigem Bestehen im Jahre 2001 an deren Jubiläums - CD mitzuwirken.
Im Oktober 2000 ging es dann ins Tonstudio nach Düsseldorf.
Ein schöner, aber auch anstrengender Tag lag vor den Mitwirkenden. Arbeit
die sich aber lohnte. Eine wunderschöne CD konnte ein halbes Jahr
später auf dem Münsterplatz in Neuss der Bevölkerung präsentiert werden.
Im Jahr 2002 begann für das Tambourkorps das Internet - Zeitalter.
Eine von Spielkamerad Stefan Becker erstellte Homepage ging Online.
Seitdem sind Neuigkeiten über die Spielleute aus Rosellerheide weltweit
unter WWW.TK-ROSELLERHEIDE.DE abrufbar.
Aufgrund einer Initiative unseres 2. Vorsitzenden Peter Offermann wurden
2003 Vereinsnadeln angefertigt. Jedes Mitglied, welches auf mindestens
3 Jahre aktive Vereinzugehörigkeit zurückblicken kann, trägt diese
Abzeichen an seiner Uniform. Für 25 Jahre im Tambourkorps erhält man
die silberne Vereinsnadel. Diese Auszeichnung konnten bislang folgende
Spielleute entgegennehmen: Karl Giesen, Rafael Pütz, Peter Schmitz, Wilfried
Müller und Heinz–Josef Effer.
Einige Mitglieder können bereits auf 40 Jahre und mehr Spielmannwesen
im Tambourkorps Rosellerheide zurückblicken. Sie wurden mit der goldenen
Vereinsnadel ausgezeichnet. Im Einzelnen sind das: Toni Veiser, Peter
Schlangenstein, Paul Winzen, Jakob Bruzek, Josef von Zons, Hans–
Josef Schumacher, Manfred Veiser, Philipp Hilgers, Toni Otten.
Ansonsten hielt man an den schon bewährten Schützenfesten fest. Man
fühlt sich halt wohl in Kapellen, Rosellerheide, Nievenheim, Neuss und
Glehn.
Erwähnenswert ist aber auch die Teilnahme am Bundesjungschützentag in
Wachtberg im Oktober 2004 sowie beim Bundesbruderschaftstag, der
durch unsere eigene Bruderschaft am 10. Dezember 2004 im Heide –
Zentrum veranstaltet wurde.
Besonders gefreut haben wir uns, dass wir auch 5 Jahre nach der für uns
ersten CD – Aufnahme, wieder bei der mittlerweile 5. CD der Musikerfreunde
aus Norf mitwirken durften. Diese CD wird pünktlich vor unserem
großen Jubelfest vom 28. – 30. April 2006 veröffentlicht.